BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.
Gutes Wohnen
Wohnlich wohnen. Das Recht auf das Unnötige… • Eines der sensibelsten und gleichzeitig dynamischsten Themen des Bauens: das Wohnen. Neue Behausungen, in denen sich eine Gesellschaft einrichtet, sollen eine Antwort auf veränderte Lebensmodelle, demografischen Wandel, steigende Kosten und neue Formen des Zusammenlebens geben. Dabei geht es nicht um visionäre Luftschlösser, sondern um kluge, realistische Lösungen, die zeigen: Zukunftsfähiges Wohnen entsteht dort, wo Technologie, Material, Atmosphäre und soziale Wahrnehmung zusammenkommen.
…oder das Jenseits des Existenzminimums • Der Staat weiß, wie viel Platz wir brauchen. Die Planung weiß, wie wir leben sollen. Und eine selbst-gewisse Suffizienzmoral erklärt inzwischen selbst den Wunsch nach einem zusätzlichen Zimmer zum gesellschaftlichen Fehlverhalten. Doch der Mensch ist kein Bedarfspaket, das sich zwischen Küche, Schlafstätte und normgerechter Bewegungsfläche verstauen lässt. Lasst uns das Unnötige als räumliche Bedingung der Freiheit und die Wohnung als letzten Ort, an dem das Individuum niemanden um Erlaubnis bitten sollte, verteidigen.
Aus einer Hand • Zwar in privilegierter Lage nahe Zürich, dennoch ist dort am Hang eine beispielhafte, urbane Wohnform für ganz unterschiedliche Bedürfnisse entstanden. Das Geheimnis dieses konsequenten Entwurfs: Die Architekten waren sowohl Entwickler als auch Planer.
Bewegungsund Begegnungslandschaft • Entworfen aus der Perspektive von Kindern: Der „Cornelis“-Wohnblock in der westlichen Amsterdamer Vorstadt hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bewohner zu mehr Bewegung und die Kinder zum gemeinsamen Spielen zu motivieren – mit Hilfe von inneren Straßen, Galerien, Gemeinschaftsräumen und einem breiten „Treppengarten“. Michael van Bergen erläutert uns das Konzept.
Einer von 100 Türmen • Ingolstadt ist stolz auf seine alte Stadtbefestigung mit zahlreichen Türmen, die teilweise noch erhalten sind. An einem dieser Halbtürme entstand nun, als Lückenfüller direkt an der Stadtmauer, ein Doppelhaus, das sich geschickt in den geschützten Bestand einpasst. Chris Neuburger von nbundm* Architekten beantwortet unsere Fragen zum Projekt.
Ein Gerüst für Möglichkeitsräume • Weitsicht hat die wachsende Gemeinde Schönaich im Landkreis Böblingen bewiesen, als sie ein Wohnheim für Geflüchtete projektierte, das in Folge leicht und in gleitenden Übergängen in sozialen und bezahl- baren Wohnraum umgewandelt werden kann – ein Neubau als wegweisendes Integrationsmodell. Das Stuttgarter Atelier Kaiser Shen stellte sich der heraus- fordernden Aufgabe.
Gebaute Gemeinschaft • An der westlichen Stadtgrenze von München ist im Neubaugebiet Freiham eine beispielhafte, kostengünstige Wohnanlage entstanden. Dank eines engagierten Auftraggebers bietet sie 79 Wohneinheiten mit drei thera- peutischen Wohngemeinschaften, Nachbarschaftstreff, Gemeinschaftsräumen, Gewerbe, Fahrradabstell- flächen, dazu eine Tiefgarage und kann sich über eine lebendige, gemeinsinnige Bewohnerschaft freuen.
Plädoyer für Bescheidenheit • Bauherrin und Bauherr hatten gezielt nach einem Restgrundstück gesucht, einem Ort, der eine bestehende Situation sinnvoll ergänzt und verdichtet. Dazu konzentrierten sie ihre Ansprüche auf das Wesentliche, und so konnte zusammen mit einer sorgfältigen Gestaltung ein reizvoller Wohnort entstehen. Sie wollen ihr Haus auch „als ein kleines Plädoyer für eine zeitgemäße Form des Wohnens“...